
Logbuch03. September 20267 Min. Lesezeit
Eden Island Update: Fundamente geprüft, Anwalt an Bord
Eden Island Update: Wasserbauingenieure halten die Fundamente für sanierbar, ein Fachanwalt bereitet die Genehmigungen vor und am 28. September läuft der Galileo-Beitrag.

Es gibt Wochen, in denen ein Projekt nur redet. Und es gibt Wochen, in denen jemand mit Gummistiefeln auf Beton steht, klopft, misst und danach sagt: Das kriegen wir hin. Genau so eine Woche liegt hinter uns.
Zwei Fachbetriebe standen auf den Fundamenten und gaben Einschätzun ab
Auf der Insel waren Ingenieure von GRBV und Fachleute der Deutsch-Dänischen Wasserbau GmbH. Beide Namen sagen den meisten Menschen nichts, im Wasserbau aber sehr wohl. GRBV ist ein Ingenieurbüro mit Sitz in Hannover und weiteren Standorten, das laut eigener Darstellung Tragwerksplanung, Objekt- und Generalplanung, Bauüberwachung sowie Gutachten anbietet. Im Leistungsfeld Ingenieurwasserbau bearbeitet das Büro Bauwerke wie Schleusen, Wehranlagen, Spundwände, Baugruben, Hafenanlagen und Brücken über Wasserstraßen. Dazu kommt ein eigenes Feld für Wasserlagenentwicklung, also die Planung von Standorten direkt am oder im Gewässer.
Die Deutsch-Dänische Wasserbau GmbH ist auf Nassbaggerarbeiten, Hafenbau und Transport spezialisiert. Wer ein Bauwerk mitten im Bodden anfassen will, braucht genau diese zweite Kompetenz: Material muss per Schiff oder Ponton kommen, Fahrwasser und Zugänglichkeit sind keine Nebensache, sondern die halbe Kalkulation.
Die beiden Teams haben sich die Fundamente angesehen und sind guter Dinge, dass sich die Substanz sichern lässt. Das ist eine Einschätzung vor Ort, kein Gutachten. Wir sagen das bewusst so deutlich, weil zwischen einem optimistischen ersten Eindruck und einer belastbaren Bemessung noch einiges an Arbeit liegt. Aber es ist der Eindruck von Leuten, die das beruflich beurteilen, und er fällt positiv aus. Wer den Tag der Begehung nachlesen will, findet ihn im Bericht darüber, wie die Wasserbauexperten die Insel besichtigt haben.
Was in den nächsten Untersuchungen tatsächlich passiert
Nun werden weitere Untersuchungen eingeleitet. Damit das kein Nebelwort bleibt, hier der übliche Werkzeugkasten, mit dem Fundamente im Wasser- und Küstenbau bewertet werden.
Der Baugrund wird aufgeschlossen
Typischerweise kommen Rammkernsondierungen, schwere Rammsondierungen und Bohrungen zum Einsatz. Dabei werden gestörte und ungestörte Bodenproben entnommen und im Labor bodenmechanisch untersucht, klassifiziert wird nach DIN 4022, DIN 18196 und DIN 18300. Klingt trocken, entscheidet aber darüber, ob ein Bauwerk trägt oder wandert.
Zahlen statt Bauchgefühl
Aus diesen Daten werden Sohlwiderstand und zulässige Sohlspannung berechnet. In einem dokumentierten Beispiel aus der Fachliteratur ergibt sich etwa ein Bemessungswert des Sohlwiderstands von 721 kN/m² bei 2,5 Metern Fundamentbreite und eine zulässige Sohlspannung von rund 577 kN/m². Solche Werte sind projektspezifisch und lassen sich nicht auf Ostervilm übertragen. Sie zeigen aber, in welcher Genauigkeit am Ende gerechnet wird.
Wie aggressiv ist das Wasser
Im Wasserbau werden Grundwasser- und Wasserproben auf beton- und stahlangreifende Inhaltsstoffe untersucht. Daraus folgt, welche Baustoffe und welche Schutzmaßnahmen infrage kommen. Für eine Plattform, die seit Jahrzehnten in der Ostsee steht, ist das eine der zentralen Fragen überhaupt.
Fachleute des Ingenieurwesens weisen darauf hin, dass Gründungs- und Fundamentfragen bei Bauwerken auf Inseln besonders heikel sind, weil sie auf teils stark veränderlichen Sand- und Sedimentschichten stehen und der Sandhaushalt bemessungsrelevant bleibt. Wer verstehen will, warum das für unseren Standort keine akademische Frage ist, findet mehr dazu, was die Insel über den Küstenschutz im Greifswalder Bodden verrät.
Erste Entwürfe entstehen
Unsere Architektinnen und Architekten arbeiten an ersten konkreten Entwürfen. Wir sind gespannt darauf, und wir zeigen sie bewusst noch nicht. Ein Rendering ist schnell schön. Es ist aber nur dann etwas wert, wenn es zu dem passt, was der Baugrund hergibt und was genehmigungsfähig ist.
Deshalb die Reihenfolge: erst Substanz, dann Genehmigung, dann konrkretes Bild. Das ist unbequemer als der umgekehrte Weg.
Inhaltlich bleibt die Richtung, die von Anfang an gesetzt war. Kein starrer Masterplan, sondern ein Ort, der sich in Etappen entwickelt: nutzbare Flächen für Film und Fotografie, Räume für Workshops und Begegnung, Infrastruktur, die mitwächst. Wie diese Etappen praktisch aussehen, haben wir bereits aufgeschrieben in der Übersicht dazu, was es braucht, eine Ostsee-Plattform nutzbar zu machen.
Ein Fachanwalt für Verwaltungsrecht sortiert die Genehmigungen
Wir werden juristisch von Herrn Lars Borchardt vertreten, Fachanwalt für Verwaltungsrecht. Er prüft derzeit, welche Genehmigungen bei welcher Behörde einzuholen sind, und bereitet diesen Teil vor.
Das ist kein Formalpunkt, den man am Ende noch schnell abhakt. Ein Bauwerk im Küstengewässer berührt Wasserrecht, Naturschutzrecht, Bauordnungsrecht und je nach Vorhaben weitere Ebenen. Wer hier zu spät anfängt, verliert nicht Wochen, sondern Jahre. Wir fangen deshalb bewusst früh an, und zwar mit jemandem, dessen Fachgebiet genau das ist.
Für dich als Genossin oder Genosse bedeutet das vor allem eines: Bevor Geld in Bauleistungen fließt, wollen wir wissen, was rechtlich möglich ist. Diese Reihenfolge gehört zu der Vorsicht, die eine Genossenschaft ihren Mitgliedern schuldet. Was ein Anteil rechtlich bedeutet und wo die Haftung endet, ist in der Erklärung nachzulesen, was du mit einem Genossenschaftsanteil wirklich erwirbst.
Am 28. September läuft der Galileo-Beitrag
Am 2. September haben wir mit einem Team von Galileo auf der Insel gedreht. Der Beitrag erscheint am 28. September.
Wir freuen uns darüber, und wir wissen zugleich, was Aufmerksamkeit mit einem Projekt macht. Sie bringt Menschen, die mitbauen wollen, und sie bringt Menschen, die eine Insel für ein Wochenendabenteuer halten. Ostervilm ist eine Baustelle in Vorbereitung: Die Fundamente werden gerade untersucht, das Genehmigungsverfahren beginnt erst, und die Insel ist nicht öffentlich zugänglich. Wer sie erleben will, tut das über die Genossenschaft, nicht über ein Schlauchboot.
Ein Fernsehbeitrag ersetzt außerdem keine Statik. Er erzählt eine Geschichte in wenigen Minuten, wir arbeiten an einem Vorhaben in Jahren. Beides darf nebeneinander stehen, solange man es nicht verwechselt. Wer nach der Sendung wissen will, was an den kursierenden Erzählungen dran ist, findet die Einordnung in der Gegenüberstellung dessen, was über Ostervilm berichtet wird und was davon stimmt.
Was dieses Eden Island Update bedeutet, und was es noch nicht bedeutet
Nach diesem Sommer steht das Projekt anders da als im Frühjahr. Zwei Fachbetriebe aus dem Wasserbau haben die Substanz vor Ort beurteilt und halten sie für sanierbar. Die technischen Untersuchungen, die diese Einschätzung belastbar machen, sind angestoßen. Das Genehmigungsverfahren wird von einem Fachanwalt vorbereitet, nicht nebenbei mitgemacht. Und die ersten Entwürfe existieren, statt nur beschworen zu werden.
Was noch nicht feststeht: die Kosten der Instandsetzung, der Zeitplan der Bauphasen und der genaue Umfang dessen, was genehmigungsfähig ist. Diese drei Punkte hängen an den laufenden Untersuchungen, und wir werden sie erst benennen, wenn wir sie belegen können. Alles andere wäre eine Zahl, die gut klingt und nichts hält.
Für dich heißt das: Das Projekt bewegt sich von der Idee in die Prüfung. Das ist die unspektakulärste Phase eines Bauvorhabens und zugleich die, in der sich entscheidet, ob daraus etwas wird. Wir berichten weiter, auch wenn eine Untersuchung einmal ein Ergebnis liefert, das uns nicht gefällt. Ein Ort, der einer Gemeinschaft gehört, braucht eine Gemeinschaft, die den tatsächlichen Stand kennt.
Häufige Fragen
Sind die Fundamente der Insel jetzt offiziell für sicher erklärt worden?
Nein. Die Ingenieure von GRBV und der Deutsch-Dänischen Wasserbau GmbH haben die Fundamente vor Ort begutachtet und halten eine Instandsetzung für machbar. Das ist eine fachliche Ersteinschätzung, kein abgeschlossenes Gutachten; weitere Untersuchungen sind eingeleitet.
Was wird bei den weiteren Untersuchungen konkret gemacht?
Im Wasser- und Küstenbau sind dafür Rammkernsondierungen, schwere Rammsondierungen und Bohrungen mit Entnahme gestörter und ungestörter Bodenproben üblich, dazu bodenmechanische Laborversuche und die Klassifikation nach DIN 4022, DIN 18196 und DIN 18300. Ergänzend werden Wasserproben auf beton- und stahlangreifende Inhaltsstoffe untersucht.
Wer vertritt Eden Island rechtlich?
Lars Borchardt, Fachanwalt für Verwaltungsrecht. Er prüft derzeit, welche Genehmigungen bei welchen Behörden einzuholen sind, und bereitet dieses Verfahren vor.
Wann läuft der Galileo-Beitrag über die Insel?
Der Dreh fand am 2. September auf der Insel statt, der Beitrag erscheint am 28. September.
Kann ich die Insel besichtigen, nachdem ich davon im Fernsehen gesehen habe?
Nein, die Insel ist nicht öffentlich zugänglich und befindet sich in der Vorbereitung baulicher Maßnahmen. Zugang entsteht über die Genossenschaft und die geplanten Nutzungsphasen, nicht über spontane Besuche.
Warum werden die Architekturentwürfe noch nicht gezeigt?
Weil sie erst dann Aussagekraft haben, wenn Baugrunduntersuchungen und Genehmigungsfragen geklärt sind. Wir wollen keine Bilder veröffentlichen, die später nicht umsetzbar sind.
Quellen
Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt.



